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Kinderhandel aus Sri Lanka: Betroffene fordern sofortige Unterstützung bei der Herkunftssuche

Schweizer Behörden haben über Jahrzehnte den Handel mit Kindern aus Sri Lanka toleriert und gar ermöglicht. Dies wird heute von einer historischen Analyse im Auftrag des Bundesamtes für Justiz offiziell bestätigt.

«Dieser wissenschaftliche Bericht ist ein erster Schritt zur Aufarbeitung und eine Anerkennung des Schmerzes einer ganzen Generation von Kindern und deren Familien» sagt Sarah Ineichen Präsidentin von Back to the Roots.  «Wir erwarten von den Schweizer Behörden eine Entschuldigung für das erfahrene Unrecht und Unterstützung bei der Suche nach unseren Wurzeln.»

Der Bericht der ZHAW mit dem Titel «Adoptionen von Kindern aus Sri Lanka in der Schweiz 1973–1997» ist eine umfassende Auflistung von Verfehlungen in der Adoptionspraxis der 70er bis 90er Jahre in der Schweiz. Unter den Augen der Behörden hat über Jahre ein Handel mit Kindern aus Sri Lanka in die Schweiz stattgefunden.

Mehr Informationen dazu und Reaktionen von Betroffenen


Zweite grosse RTS Reportage:
Internationale Adoptionen – ein schweizer Skandal

Die Enthüllungen der Reportage sind schockierend: Babys auf Matten in ihrem eigenen Dreck warten auf den Abtransport in die Schweiz. Die Behörden haben nicht eingegriffen, obwohl ihnen die illegalen Machenschaften bekannt waren. Es werden zwei Adoptionsvermittlungsstellen untersucht, im Kanton Neuenburg und im Kanton St. Gallen. Die Behörden der Kantone und des Bundes geben sich vor laufender Kamera ratlos und schieben sich gegenseitig die Zuständigkeit zu.

Von 1980 bis 2000 wurden insgesamt mehr als 13’000 ausländische Kinder in der Schweiz adoptiert. Die Reportage zeigt auf, dass viele Länder wie Chile, Brasilien, Kolumbien, Südkorea, Indien und der Libanon ebenso von Handel mit Babys betroffen waren.  Dabei kamen vergleichbare oder sogar noch schlimmere Methoden zur Anwendung wie in Sri Lanka. Auch vor diesem Menschenhandel haben die Schweizer Behörden ihre Augen geschlossen.

MM BTTR vom 19. September 2019 Medienmitteilung zur Ausstrahlung der RTS Dok «Trafic de bébés volés, l’heure des comptes» vom 19. September 2019 / SRF am 25. September 2019.
Forderungen von Back to the Roots an den Bund und die Kantone



Kontakt
Ursula Berset, Geschäftsstelle Back to the Roots
ursula@backtotheroots.net