Autor: Ursula Berset

Stiftung Adoptio übergibt Adoptionsdossiers an das Staatsarchiv St. Gallen

Stiftung Adoptio übergibt Adoptionsdossiers an das Staatsarchiv St. Gallen

Der Kanton St. Gallen hat Back to the Roots am 12. Februar 2020 informiert, dass die Stiftung Adoptio 253 Dossiers mit Klientenakten der Stiftung Adoptio, bzw. deren Vorgängerinstitution «Haus Seewarte» dem Staatsarchiv des Kantons St. Gallen übergeben hat. Damit ist ein Meilenstein erreicht, auf den Back to the Roots mit Interventionen beim Kanton St. Gallen und dem heutigen Stiftungsrat seit rund zwei Jahren hingearbeitet hat. 

Das Haus Seewarte, bzw. die Stiftung Adoptio von Alice Honegger war eine der wichtigsten Adoptionsvermittlungsstellen für Kinder aus Sri Lanka in die Schweiz. Adoptierte auf der Suche nach ihrer Herkunft haben gegenüber Back to the Roots berichtet, dass sie von der Stiftung Adoptio auf Anfrage unvollständige oder sogar falsche Adoptionsdossiers erhalten haben. Bereits 1998 stellten die Behörden des Kantons St. Gallen eine «erhebliche Unordnung» in den Akten der Stiftung fest. Mit der Übergabe der Klientendossiers an das St. Galler Staatsarchiv ist ein weiterer Meilenstein zur Aufarbeitung der Geschichte der Stiftung Adoptio getan. 

Adoptierte auf Herkunftssuche, deren Adoption durch Alice Honegger vermittelt wurde, können sich weiterhin entweder an die Zentralbehörde Adoption ihres Wohnkantons (Liste der Adressen) oder an die Zentralbehörde Adoption des Kantons St. Gallen wenden.

«Das Schicksal der verkauften Kinder aus Sri Lanka» Bericht im Beobachter vom 14.2.2020

«Das Schicksal der verkauften Kinder aus Sri Lanka» Bericht im Beobachter vom 14.2.2020

Anja Koenings und Celine Fässler wurden als Kinder von Sri Lanka in die Schweiz adoptiert. Gegenüber dem Beobachter erzählen sie von der Suche nach ihren Wurzeln in Sri Lanka und davon, wie schwierig es ist, vertrauenswürde Unterstützung zu finden für die Nachforschungen in Sri Lanka. Artikel lesen

UNO-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen von Personen untersucht internationale Adoptionen in der Schweiz

UNO-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen von Personen untersucht internationale Adoptionen in der Schweiz

Am 30. und 31. März wird der UNO-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen von Personen in Genf die Schweiz untersuchen. Insbesondere muss die Schweiz den Fortschritt in der Umsetzung des Postulats Ruiz darlegen, und aufzeigen, wie garantiert werden soll, dass es bei internationalen Adoptionen nicht mehr zu «unrechtmässigen Entziehungen» im Sinne des Übereinkommens kommt.

Back to the Roots begrüsst die Untersuchung der systematischen illegalen Adoptionen unter dem Gesichtspunkt des erzwungenen Verschwindenlassen, und den damit einhergehenden Fokus auf die strafrechtlichen Konsequenzen und die geschuldeten Unterstützung für die Opfer. Wir erwarten, dass sich die Schweiz an die im internationalen Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen festgehaltenen Verpflichtungen hält (in Kraft seit 1. Januar 2017).

Links

Internationales Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen

UNO-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen von Personen

UNO-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen von Personen, Session vom 30. März bis 9. April 2020, Liste der Diskussionspunkt (englisch)

Geschafft: Die UNO nimmt unsere Anliegen in ihren Forderungskatalog auf

Geschafft: Die UNO nimmt unsere Anliegen in ihren Forderungskatalog auf

Im September 2018 hat Sarah Ineichen vor einem UNO Ausschuss die Anliegen der Adoptierten aus Sri Lanka vorstellen können. Die UNO hat unsere Anliegen aufgenommen und in ihrem Schlussbericht Empfehlungen dazu an die Schweiz formuliert.

Sarah Ineichen konnte am 15. Oktober 2018 an der 63igsten Sitzung des UNO-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte teilnehmen und die Anliegen der Adoptierten aus Sri Lanka vorstellen. Thema der Sitzung war die Formulierung des 4. Berichts zur Überprüfung der Umsetzung des Pakts, mit Fokus auf die Gesundheitserhaltung der Bevölkerung in der Schweiz.

Im September dieses Jahres wurden wir informiert, dass die Anliegen der Adoptierten aus Sri Lanka im Themenkatalog der Uno aufgenommen wurden. Anfang Oktober hat der Uno-Ausschuss den Themenkatalog mit der Schweizer Delegation diskutiert. Im Schlussbericht der Uno an die Schweiz wurde die Empfehlung aufgenommen, für Adoptierte aus Sri Lanka eine angemessene Unterstützung sicherzustellen, einschließlich psychologischer und finanzieller Unterstützung. Die rechtlichen und administrativen Mittel seien zu stärken, um die Betroffenen bei der Suche zu begleiten.

Back to the Roots ist sehr dankbar für die Unterstützung der Uno. Die leiblichen Eltern zu kennen, ist ein wichtiger Grundstein, zur Gewährung des Rechts auf eine eigene Identität. 

Link zur Medienmitteilung des Bundesrats zu den Empfehlungen der UNO für die Umsetzung von Pakt I durch die Schweiz:

Neue Facebook-Gruppe für Adoptierte aus allen Herkunftsländern

Neue Facebook-Gruppe für Adoptierte aus allen Herkunftsländern

Wir freuen uns euch mitzuteilen, dass aufgrund grosser Nachfrage die geschlossene Facebook-Gruppe «Back to the Roots – Interessensgemeinschaft für Adoptierte in der Schweiz» ins Leben gerufen wurde. Die Gruppe kann von Adoptierten aus allen Ländern beigetreten werden und dient als geschützen Rahmen, um sich auszutauschen, sich zu vernetzen und zu unterstützen. Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit euch! Link zur Facebookgruppe

Zweite grosse RTS Reportage über illegale Adoptionen aus Sri Lanka

Zweite grosse RTS Reportage über illegale Adoptionen aus Sri Lanka

Aufgerüttelt durch Enthüllungen des niederländischen Fernsehsenders Zembla hat das Schweizer Fernsehen RTS/SRF vor rund einem Jahr eine Doku über illegale Adoptionsverfahren aus Sri Lanka in die Schweiz ausgestrahlt. Der Bericht «Adoptivkinder aus Sri Lanka, ein Schweizer Skandal» (RTS, 4. Oktober 2018, SRF1, 6. März 2019) zeigte auf, dass in der Schweiz ein regelrechter Handel mit sri-lankischen Babys stattgefunden hat. Heute ist klar, der Handel mit Babys wurde möglich, weil viele Stellen – gerade auch in der Schweiz – an diesem Handel mitgewirkt haben oder die Akteure in der Schweiz jahrzehntelang haben gewähren lassen.  

SRF1 hat am 25. September 2019 nun die zweite Doku zum Thema ausgestrahlt: «Internationale Adoptionen – ein schweizer Skandal»

Die Enthüllungen der Reportage sind schockierend: Babys auf Matten in ihrem eigenen Dreck warten auf den Abtransport in die Schweiz. Die Behörden haben nicht eingegriffen, obwohl ihnen die illegalen Machenschaften bekannt waren. Es werden zwei Adoptionsvermittlungsstellen untersucht, im Kanton Neuenburg und im Kanton St. Gallen. Die Behörden der Kantone und des Bundes geben sich vor laufender Kamera ratlos und schieben sich gegenseitig die Zuständigkeit zu.

Anschauen und weitersagen: «Internationale Adoptionen – ein schweizer Skandal»