Aufarbeitung der Vergangenheit

Aufarbeitung der Vergangenheit

Die Praxis von internationalen Adoptionsverfahren aus Sri Lanka seit 1970 bis heute ist beim Bund und den Kantonen aufzuarbeiten. Die begangenen Verfehlungen müssen ermittelt werden und die Öffentlichkeit ist über das geschehene Unrecht zu informieren.

Diese Aufklärung muss durch unabhängige Experten durchgeführt werden. Der Bund und die Kantone können nicht selbst über mögliche eigene Verfehlungen urteilen.

Die politische Aufarbeitung der Vergangenheit hat begonnen

Der Nationalrat hat im Februar 2018 das Postulat Ruiz überwiesen, das Licht ins dunkle Kapitel der vergangenen Adoptionspraxis bringen und Verbesserungen für die Zukunft vorschlagen soll. Das Bundesamt für Justiz ist nun daran, den Bericht zur Beantwortung des Postulats zu erarbeiten. Im September 2019 werden erste Ergebnisse betreffend der vergangenen Adoptionspraxis erwartet.

Der Kanton St. Gallen hat einen wissenschaftlichen Bericht erarbeiten lassen über die Vermittlungsstelle von Alice Honegger. Der Bericht «Die Vermittlerin» von Sabine Bitter wurde im Januar 2019 publiziert. Darin wird festgestellt, dass der Kanton St. Gallen seine Aufsichtspflicht nur ungenügend wahrgenommen hat.

Untersuchung durch unabhängige Experten

Back to the Roots erwartet, dass aufgrund des Berichts zum Postulat Ruiz das an den betroffenen Personen begangene Unrecht anerkannt und eine wissenschaftliche Aufarbeitung der vergangenen Adoptionspraxis verlangt wird. Diese Aufarbeitung muss gesamtschweizerisch erfolgen und von unabhängigen Experten aus den Bereichen Recht, Soziologie, Psychologie und Geschichte geleitet werden.

Ziele der Aufarbeitung

  • Die vergangene Adoptionspraxis wird gesamtschweizerisch untersucht und die Öffentlichkeit über die Ergebnisse aufgeklärt
  • Das an den betroffenen Personen begangene Unrecht wird öffentlich anerkannt.
  • Die Wiedergutmachung, Unterstützung und Beratung der Betroffenen ist gesamtschweizerisch sichergestellt.
  • Die (gesundheitlichen) Auswirkungen der illegalen Adoptionsverfahren auf die Betroffenen ist wissenschaftlich untersucht.
  • Die Schuldfrage ist geklärt, insbesondere ob sich beteiligte Stellen persönlich bereichert haben
  • Die Forschungsergebnisse werden eingebracht in die Neugestaltung der heute gültigen Adoptionsverfahren.

Projekte und Aktionen von BTTR

  • Mitwirkung im BJ Bericht, der die Verfahren in den Kantonen und beim Bund aufarbeiten soll. Einbringen Sicht der Betroffenen mit Fokusgruppe. Zuhanden BJ haben wir einen Fragekatalog erarbeitet
  • Forderung der Untersuchung durch unabhängige Experten
  • Klärung der Rechtssituation, Staatshaftung etc.
  • Aufarbeitung Fall «Stiftung Adoptio», Übergabe der Dokumente ans Staatsarchiv
  • Überprüfung aller privaten Adoptions-Vermittlungsstellen in der Schweiz

Was haben wir schon erreicht:

  • Postulat Ruiz wird überwiesen (Link)
  • BTTR wird als Interessenvertretung Adoptierter aus Sri Lanka in der Schweiz von den Behörden wahrgenommen
  • Einladung BTTR in Begleitgruppe zum BJ Bericht
  • St. Gallen hat einen Bericht über die Vermittlungsstelle «Haus Seewarte / Stiftung Adoptio» herausgegeben. Bericht «Die Vermittlerin»

In Erarbeitung: 1. Teil des BJ Berichts: Wissenschaftliche Aufarbeitung der Adoptionspraxis in der Schweiz am Beispiel von drei Kantonen. Publikation im September 2019 geplant. Link zur Ausschreibung des BJ

Können Sie mit Ihrem beruflichen Hintergrund einen Beitrag leisten zur Aufarbeitung? Melden Sie sich bei uns. Wir sind um jedes Puzzle-Teil froh, das uns einen Schritt weiterhilft.



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